4 Fragen an: Juses

indexDie zweite EP des Lautrer Rapper „Juses“ ist seit kurzem veröffentlicht und gibt dem doch eher überschaubaren Lautrer Hip Hop etwas Neues auf die Ohren. Grund genug, um sich das Kind der Stadt zu schnappen und ein paar Fragen zur EP zu stellen. Welcher Grundgedanke steckt hinter dem Titel und dem dazugehörigen Artwork und warum hast du dich gänzlich gegen Features entschieden? Erst mal "Gude" und Danke für die Möglichkeit hier wieder ein paar Worte zur neuen EP verlieren zu können. Der Grundgedanke "Aus dem Nichts" hat viele Seiten, von denen man diesen Titel betrachten kann. Einmal habe ich jetzt 2 Jahre lang nichts Neues an Mukke rausgebracht und ohne viel Promo oder gerede, quasi im Verborgenen an der EP gearbeitet. Es kommt also "Aus dem Nichts" eine neue EP um die Ecke, wo viele wohl schon dachten, dass nach der längeren Zeit endgültig Ruhe ist. Man kann den Titel aber auch so sehen, dass man selbst sich "Aus dem Nichts" was aufgebaut hat. Soll heißen,man hatte vielleicht als Kind oder in der Jugend einfach nicht so viel wie andere gehabt und hat sich dann Ziele gesetzt und diese erreicht oder ist gerade dabei sich diese zu erarbeiten. Man fängt mit Nichts an und hat trotzdem irgendwann das, was man sich erhofft hat. So wurde dann auch das Artwork schlicht und etwas dunkel gehalten. Das Zentrale Bild stellt den Urknall da, weil man sagt ja, erst war das Nichts und dann alles andere...aber lassen wir mal das N24-Doku gequatsche. Ich wollte etwas, was nicht viel bling-bling hat und trotzdem Aussagekräftig ist und ich denke, dass ist den kreativen Köpfen um mich rum sehr gut gelungen. Ja, wieso keine Features. Es war eigentlich eins geplant, was aber aufgrund zukünftiger Projekte dann doch über den Haufen geworfen wurde. Ich bin trotzdem doch stolz, wieder eine EP abliefern zu können, wo 100% JU drin steckt. Man muss auch dazu sagen, dass es nur eine handvoll an Künstlern gibt, mit denen ich überhaupt zusammenarbeiten würde, da die Interessen beim Großteil doch etwas weiter auseinander gehen. So viel dazu. Wie verlief eine typische Aufnahmesession und wie lange hast du an der EP insgesamt gearbeitet? An der EP arbeite ich eigentlich schon seit Mitte des letzten Jahres. Erst wollte ich ein Album machen, dann doch wieder nicht und dann am Ende ist es dann auf eine EP herausgelaufen. Mit dem "normalen Leben" viel zu tun gehabt, dann die sehr erfolgreiche Saison die kaum Nerven gekostet hat, hatte ich viele Pausen was die Arbeit an der EP anging. Am Ende hab ich mich dann doch zusammengerissen und das Ding fertig gemacht. So eine Aufnahmesession läuft im Prinzip immer gleich ab. Man macht eine Uhrzeit aus bei Feyzu im Studio, kommt erst mal zu spät, labert dann locker über ne Stunde über irgendwelches Zeug und fängt dann irgendwann mal an zu sagen, hob lass loslegen. Dann teilt man sich den Text auf, soweit wie man eben Luft hat, bei starken Konsum von Tabakwaren fallen diese dann bekanntlich etwas größer aus. Aber alles in allem hat man den kompletten Track schnell im Kasten. Was dann am PC bzw in dem Programm gemacht wird, hab ich keine Ahnung von. Ich beschäftige mich in der Zeit mit Rauchen und Ablenken von der Arbeit.Manchmal gehen die ganzen Sachen bis tief in die Nacht und am nächsten Tag fühlt man sich als wäre man in einer Kneipe gewesen. Im Juni stand das Summer Bay Music Open Air auf dem Plan, bei dem auch Du auf der Bühne ordentlich abgegangen bist. Wie kamst du zu deinem Auftritt und wie beurteilst du das Open Air, bei dem zahlreiche Acts aus Kaiserslautern vertreten waren Zu dem Auftritt kam es, dass "prototüp" noch nach Support-acts für den Abend gesucht hatte und mich ganz einfach gefragt hat, ob ich nicht Lust hätte, ein paar Songs zu spielen. Da denk ich nicht lange nach und habe zugesagt, da Proto ein guter Freund ist, dem man damit einen Gefallen tut ihn, wie der Name schon sagt, zu supporten. Ausserdem kann man seine Live-Kenntnisse auch wieder etwas auffrischen da der letzte Auftritt ja auch schon eine Weile her ist. Also an dieser Stelle nochmal Danke dafür. Das ganze Festival zu beurteilen ist schwierig. Zum einen hats genervt, dass drausen die Druffi-Mukke so laut war, dass man sich anstrengen musste drin den Acts zu folgen. Zum andern war alles aber gut organisiert und es war eine gechillte Stimmung bei allen Besuchern und Künstlern. Es war glaub für jeden das passende dabei. Ich finde es nur wichtig den andern Acts den support zu geben und nicht, wie es so oft ist, die eine Gruppe geht, wenn der Kollege fertig ist und die nächste Gruppe kommt, wenn der andere dran ist. Da fehlts einfach noch, aber mein Gott jeder wie er will. Mukke aus 676 muss einfach mehr Beachtung finden und das geht eben nur wenn man auch sich gegenseitig pusht. Das haben aber nur die Wenigsten hier verstanden. Gibt es noch etwas, dass du zu Name der EP unbedingt loswerden möchtest? Gib uns zum Abschluss nochmal einen kleinen Ausblick, was man in der Zukunft noch alles von dir erwarten kann. Zum Abschluss bleibt mir nur "Danke" zu sagen. Es tut gut, zu sehen, dass anderen die Msuik gefällt und sie sich damit identifizieren können. In der Zukunft sollte man die Augen offen halten, denn die Arbeiten für die nächsten Dinger laufen schon, ist also noch lange nicht Schluss. In diesem Sinne...... Alles für Stadt und Verein!!!!  

Sehenswert: “Putins Generalprobe”. Reportage über die Zustände im WM-Land Russland.

UnbenanntDer Fußball-Abend am letzten Donnerstag wurde durch eine Reportage der ARD im Anschluss an das Relegations-Hinspiel abgerundet. Die 30-minütige Reportage trägt den Titel "Putins Generalprobe". Es wird also schon am Namen deutlich worum es geht, die WM 2018 in Russland und den diesjährigen Confed-Cup als Generalprobe. Dieser Beitrag beantwortet Fragen wie: Wie weit ist der Bau der Stadien vorangeschritten? Wie sind die Arbeitsbedingungen auf den Baustellen? Was tut der Weltverband FIFA dagegen? Was sagt Gianni Infantino dazu, sagt er überhaupt etwas? Aber auch Gewalt ist ein Thema und so wird über die Verbindung zwischen russischen Hooligans und Politikern berichtet. Wir als euer UdH-Team können euch diese Reportage empfehlen, denn wieder einmal kommt das wahre Gesicht der FIFA ans Licht. Schlagworte wie Korruption, Kostenexplosionen und Menschenrechtsverletzungen dürfen dabei also nicht fehlen. Hier geht's zur Reportage in der ARD-Mediathek: Klick

Zum Thema “Freiheit stirbt mit Sicherheit” – ein Kommentar von Christoph Ruf

christophJeder kennt den Spruch: "Überwachung? Finde ich nicht schlimm, ich habe ja nichts zu verbergen". So oder so ähnlich reagieren viele Menschen auf die sich immer weiter ausweitende Überwachung des öffentlichen Raumes. Zu diesem öffentlichen Raum gehören mitunter auch Fußballstadien, in die an jedem Wochenende mehrere Millionen Menschen pilgern, um ihre Mannschaft zu unterstützen oder Fußball zu konsumieren - soll ja mittlerweile auch vorkommen... Christoph Ruf - Journalist, Publizist und Fußballfan -  hat sich nun in seiner Kolumne für die Tageszeitung "Neues Deutschland" über diese Zustände geäußert. Wir finden seine Ausführungen sehr lesenswert und denken, dass es wichtig ist, sich mit dem Thema "Überwachung und Polizeistaat" - auch als Fußballfan - auseinanderzusetzen. Hier geht's zu dem Artikel: Klick!

Sehenswert: “We love Lebowski”. Doku über einen italienischen Amateurverein und seine Fanszene

cover2Wir berichteten bereits vor einiger Zeit auf unserem Blog über Fußballvereine aus den italienischen Amateurligen  (Hier zum nachlesen), die sich als Teil der "Calcio popolare"- ("Volksfußball") - Bewegung für mehr Mitbestimmung im Fußball einsetzen.

Nun ist eine Dokumenation über den kleinen Fußballclub aus Florenz, CS Lebowski, erschienen. Zu den interessanten Eindrücken aus der Fankurve rund um die Gruppe "Ultimi Rimasti Lebowski", kommen neben Vertretern des Vereins, welcher komplett selbstverwaltet ist, auch Fans sowie eine Person der befreundeten "Coloniacs" aus Köln zu Wort. Neben der Geschichte des Vereins und den Beweggründen zur Gründung desselben,vermittelt der Film auf emotionale Weise, wie Fußball jenseits von kapitalistischer Vermarktung und sportlicher und gesellschaftlicher Entfremdung sein könnte.

  Hier geht's zur Doku auf Youtube!      

Lesenswert: Zwischen Eigentor und Aufstand: Ultras in den gegenwärtigen Revolten

Hiermit möchten wir euch auf einen interessanten Text von Ralf Heck, Mitbegründer des Blogs "footballuprising",aufmerksam machen, der bereits vor einigen Wochen erstveröffentlicht im "Kosmoprolet Nr. 4Foto" erschien und nun auch auf dem oben genannten Blog veröffentlicht wurde.

Inhaltlich handelt der Beitrag über das Spannungsverhältnis der Ultras zwischen Progression und Regression. Ausgehend von einer beschreibenden Analyse der Entstehung der Ultràbewegung in Italien, sowie über den proletarischen Fußball in England, wirft der Autor einen kritischen Blick auf die Beteiligung von Ultras in vergangenen Revolten. Gerade die Beteiligung von Ultras an den Gezipark-Protesten in Istanbul oder am Sturz der Regierung in Agypten, offenbaren, dass Ultras vor allem auch gesellschaftliche Subjekte bzw. Akteure sind. Dieses Bewusstsein haben jedoch längst nicht alle Ultras. Was - wie der Text auch suggeriert - nicht zuletzt an dem jeweiligen subjektiven Interesse der jeweiligen Ultagruppen liegt, denen zwar fast allen ein objektives Interesse an gesellschaftlichen Kämpfen und Veränderungen zu attestieren wäre, aber dieses im Rahmen einer kurzlebigen jugendkulturellen Phase auf der Strecke bleibt. Nicht zuletzt ist dieses fehlende Bewusstsein über die eigene gesellschaftliche Position und politische Dimension eigenen Handelns auch am kulturindustriellen Charakter des Fußballs festzumachen, der nach Adorno, ein "notwendig falsches Bewusstsein" vermittelt bzw. ideologisiert. Brot und Spiele hat halt einfach auch immer schon funktioniert und ist daher nicht zuletzt ein begehrtes Mittel der herrschenden Klasse, das Proletariat ruhig zu stellen und im Glauben zu lassen, das Leben bestünde aus (Lohn-)Arbeit und zu konsumierenden (Kultur-) Gütern.

Aber nicht nur die kulturindustrielle Ausrichtung des Fußballs verengt den Blick auf die gesellschaftlichen Zusammenhänge und die politisch-kritische Auseinandersetzung damit, sondern vor allem auch der habituelle Charakter von Ultrà in der heutigen Zeit, der einem Klassenbewusstsein dadurch zumindest teilweise gegenübersteht. Ob man Ultrà nun als eigenes Milieu oder als Subkultur ansieht, spielt dabei eine untergeordnete Rolle. Letztlich bilden beide Ansätze das gleiche Problem aus: Kultur - also auch Ultràkultur - steht im Kapitalismus immer unter der Gefahr durch Formen der Entfremdung bzw. durch kapitalistische Mechanismen vereinnahmt zu werden. Die Entwicklung verschiedener aus einer gesellschaftskritischen Perspektive heraus entstandenen Subkulturen wie Hip-Hop, Punk oder Hardcore offenbaren diese Problematik und sollten uns Ultras aufhorchen lassen, das subversive und gesellschaftskritische Moment von Ultrà nicht der kompletten Partizipation am kapitalistischen Fußball zu opfern.

Für die Zukunft heißt das konkret: den Widerspruch zwischen Ultrà und kapitalistischem Fußball zu erkennen, sich selbst in seiner Rolle in diesem Widerspruch zu reflektieren und kritisch und fragend voranzuschreiten!

Hier könnt ihr den Beitrag lesen. Und hier findet ihr weitere Rezensionen und ein Interview mit dem Autor Ralf Heck: 120 Minuten - Blog Zeckenbiss - online Der tödliche Pass Fanzeit  

Sehenswert: “Futebol e vida”

(Marcello) Hallo Leute! Nachdem ich euch und für unsere Gruppe über die Geschehnisse im Land des Fußballs Brasilien einen satten Dreiteiler präsentieren durfte, bin ich heute Abend (10.03.15) glücklicherweise über etwas gestolpert, was die Frage nach dem "Was kummtn heit Owend im Fernseh?" erübrigte: Auf die Reise quer durch Brasilien, mit einem altem VW-Bus Baujahr 1968 (da bin ich echt neiderfüllt..) machte sich Daniel Cohn-Bendit, ein französisch-deutscher Grünenpolitiker im Dienste von Arte. Aufhänger dieser Reportage ist die Fußball WM 2014, über die an dieser Stelle ja bereits einige Worte verloren wurden. Während dieser bereiste er u.a. Sao Paulo und Rio, allerdings mit viel Blick "hinter die Kulissen". Thematisiert werden vor allem die Bewegung "Democracia Corinthiana", bei der der Weltstar Sócrates eine tragende Rolle spielte. Selbige Bewegung war zumindest ein Mitauslöser der brasilianischen Aufstände gegen die Militärdiktatur der 1980er Jahre. Außerdem werden viele "Randthemen" wie z.B. Favelafußball, Footvolley und die Vertreibung der indigenen Völker aus ihren Lebensräumen beleuchtet. Zu kritisieren gibt es trotzdem natürlich auch etwas: Markenkleidung in Favelas kann man machen, muss man aber nicht und für knapp 50 Jahre Kontakt nach Brasilien hat der gute Mann augenscheinlich leider auch keine Portugiesischkenntnisse, mit denen er angeben kann. Allerdings werden hier sehr tiefgründig und fundiert Kapitel der brasilianischen (Fußball)geschichte aufgearbeitet, von denen ich selber noch nichts wusste. Für alle, die "die andere Seite" einmal mit eigenen Augen sehen wollen definitiv ein "Must see"! Hier geht's zur Doku: Klick Die Doku ist leider nur für 7 Tage in der Mediathek verfügbar. Schnell sein lohnt sich.

Sehenswert: “Emotionen Pur – Der Fußball und seine Fans”

UnbenanntHeute war im WDR eine Sendung im Rahmen des Formates „Planet Wissen“ über den "Fußball und seine Fans“ zu sehen. Zu Gast waren Jonas Gabler, Fanforscher an der Universität Hannover und Christoph Bausenwein, Mitglied der Akademie für Fußballkultur in Nürnberg.

Thematisch ging es vor allem um Ultras und Gewalt, aber auch um fußballhistorische und fußballkulturelle Aspekte. So wurden z.B. die Geschehnisse rund um den Fußball im 3. Reich am Beispiel des 1.FC Nürnbergs aufgearbeitet, aber auch der Weltmeistertitel Deutschlands 1954 in Bern wurde unter „pfälzischen“ Aspekten thematisiert.

Im zweiten Teil der Sendung durfte Jonas Gabler seine forschungstheoretischen Aspekte in Bezug auf Fußball und Gewalt erläutern, aber auch praktische Herangehensweisen im Sinne des Konfliktmanagements im Rahmen seiner Arbeit in der Kofas (Kompetenzgruppe "Fankultur und Sport bezogene Soziale Arbeit") vorstellen.

Gerade die Einladung von Jonas Gabler in diese Sendung ermöglichte es, weg von defizitären Sichtweisen in Bezug auf Fankultur zu kommen und die positiven Aspekte von Ultra- und Fankultur zu betonen. Was hängen bleibt, ist, dass Gewalt kein ausschließliches Problem des Fußballs ist, sondern viel mehr ein gesellschaftliches Problem ist, und dass dieses Problem nur gesamtgesellschaftlich zu lösen ist.

Hier geht’s zur Sendung: Klick

Sehenswert: Istanbul United

istanbul-united_454981Das Fanprojekt Kaiserslautern zeigte in Kooperation mit dem Union Studio für Filmkunst am vergangenen Samstag die Dokumentation „Istanbul United“.  Eingeladen war eigentlich noch Oliver Waldhauer – einer der beiden Regisseure. Leider musste er jedoch kurz vorher absagen. Schade, wäre mit Sicherheit eine spannende Diskussion gewesen.

Aber auch so hinterließ der Film ziemlich Eindruck. Aus einer spontanen Idee der Regisseure Farid Eslam und Oliver Waldhauer wurde eine 90 minütige Dokumentation, die nur durch ein Crowd-Funding realisiert werden konnte. Interessant hierbei ist, dass die meisten Interviews und Szenen erst nach dem Start des Crowd-Fundings zu Stande kamen.

Im Mittelpunkt des Films stehen die Gezi-Proteste und die Beteiligung der Fans der drei Istanbuler Vereine – Fenerbahce, Galatasaray und Besiktas. Dazu kommen Ultras aus den Gruppen „Vamos Bien“ (Fenerbahce), Ultraslan (Galatasaray) und Carsi (Besiktas) zu Wort. Anfänglich wird vor allem die Sichtweise der Ultragruppen auf die Gezi-Proteste und die türkische Gesellschaft im Allgemeinen verdeutlicht.  Es wird aber auch immer wieder versucht die Ultra- und Fußballkultur in der Türkei anhand minutenlanger Szenen aus den jeweiligen Stadien darzustellen. Die Regisseure schaffen so ein packendes Bild über die fanatischen Anhänger der Clubs, das durch die Interviews mit reichlich persönlichen Statements gefüllt wird. Es gelang sogar einen der Führungsköpfe der Gruppe Carsi von Besiktas zu interviewen.

Die eigentliche Beteiligung der rivalisierenden Ultras an den Gezi-Protesten wird durch teilweise erschreckende Bilder von Polizeigewalt rund um die Räumung des Geziparks dargestellt, kommt aber vor allem inhaltlich etwas zu kurz. Gerade die Position, die von „Istanbul United“ – also der Vereinigung der Fans der drei Vereine – in den Protesten eingenommen wird, wird wenig beleuchtet. Wäre aber auch zu viel verlangt, denn im Mittelpunkt steht eher die Tatsache, dass es geschafft wurde, die gegenseitige Rivalität für eine gemeinsame Sache abzulegen.  Sinnbildlich dafür stehen die Gesänge „Schieß doch, Schieß doch, Schieß doch dein Tränengas. Wirf den Knüppel weg, zieh den Helm aus. Dann sehen wir wer der Boss ist“ oder „Schulter an Schulter gegen den Faschismus“, die bei den Protesten gemeinsam gesungen wurden, und auch jetzt noch in den Stadien der drei Vereine zu hören sind.

Den Machern ist ein wirklich eindrucksvoller Film über die Fankultur sowie über die gesellschaftliche Lage in der Türkei gelungen. Allen, die sich für Fankultur und gesellschaftlichtspolitische Probleme interessieren, kann man den Film nur ans Herz legen.

Hier geht’s zum Trailer: Klick Hier noch ein paar Hintergrundinformationen zu den Gezi-Protesten in der Türkei und der Beteiligung der Ultras: Klick

Sehenswert: Austria Salzburg vs. RedBull

AustriaAls RedBull sich im Fußball hierzulande eingemischt hat und den Verein RasenBallsport Leipzig gründete, gab es das österreichische Pendant dazu schon lange. 2005 übernahm RedBull den Traditionsverein SV Austria Salzburg. Dies sollte tiefgreifende Veränderungen mit sich bringen. In Kürze wurden alle Merkmale des SV Austria Salzburg ausgelöscht. Namen, Logo und Farben des Vereins wurden geändert - trotz Protesten der aktiven Fanszene. Den Umgang mit dieser Situation und die Konsequenzen der aktiven Fans, stellt die kurze Dokumentation eindrucksvoll dar. 11 Freunde-TV hat dazu mit verschiedenen aktiven Fans der Austria gesprochen. Dabei wird vor allem das Handeln der Fans und die resultierende Neugründung von Austria Salzburg thematisiert.

Hier geht's zur Doku von 11Freunde TV: Klick

Rückblick: Der 1. FC Kaiserslautern und seine Geschichte

FußballfieberAm vergangenen Sonntag  strahlte der SWR im Rahmen der Reihe "Fußballfieber" die Dokumentation "Der 1. FC Kaiserslautern und seine Geschichte" aus . In dieser Reihe wird die Geschichte von vier Südwestclubs erzählt. Beginn machte unser 1.FC Kaiserslautern.  In der Dokumentation rund um den 1. FC Kaiserslautern e.V. wurden insbesondere die fünf Lautrer Weltmeister, die „goldenen“ Fußball-Jahre in den 1950er-Jahren mit den beiden Meisterschaften, der Abstieg 1996 und der anschließende Wiederaufstieg inklusive dem Durchmarsch zur deutschen Meisterschaft herausgehoben. Es wurden also gerade die identitätsstiftenden Momente der FCK-Geschichte herausgehoben, die jeder FCK-Fan nie vergessen wird und die zusätzlich Fußballgeschichte geschrieben haben.

Wer's verpasst hat, hat die Möglichkeit die Doku hier nochmal zu sehen: Fußballfieber - Der 1.FC Kaiserslautern und seine Geschichte